Stefan Weber
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10.07.2010, 09:56 Uhr | Westfälische Nachrichten vom 10.07.2010, Klaus Baumeister Übersicht | Drucken
"Bereits in der Kreisliga halten sie die Hand auf"

Eigentlich ging es nur um eine nette Plauderei aus Anlass der Fußballweltmeisterschaft. Und mit Blick auf das Thermometer (und unter dem Eindruck einer schwachen Besucherresonanz) versprach der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Weber zu Beginn: „Wir machen nicht so lange.“

Sie diskutierten über Fußball (v.l.): Dr. Marco de Angelis, Dietmar Wiese, Stefan Werber, Uwe Peppenhorst und Marita Kumbrink. Foto: (Oliver Werner)
 
Münster - Ein Glück, dass alles anders kam. Denn die Veranstaltung „Steilpass“, zu der die CDU ins Preußen-Stadion eingeladen hatte, entpuppte sich als eine ernstzunehmende Diskussion über Sinn und Unsinn des Profifußballs. Am Ende der Debatte war klar, dass man zwischen Fußball und Politik viele Parallelen ziehen kann: Es gibt wenige Gewinner, viele Verlierer und die generelle Frage: Ist das gerecht?

Preußen-Präsident Dr. Marco de Angelis vertrat die wenig überraschende These, dass „die Spielergehälter im Fußball durchgehend zu hoch sind“. Von der Illusion, es sei eine Ehre, „den Preußen-Adler zu tragen“, habe er sich schon lange verabschiedet. Bei Vertragsverhandlungen zählten für junge Spieler „nur die Liga und das Geld“.

Uwe Peppenhorst, Sport-Chef der WN, berichtete davon, „dass die Fußballer bereits in der Kreisliga die Hand aufhalten“. Er nannte des Beispiel einer Mannschaft in der sechsten (!) Liga mit einem Jahresetat von 120 000 Euro.

Die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs hat auch organisatorische Auswirkungen, so Dietmar Wiese vom Stadtsportbund. So sei der gesamte Fußballbetrieb auf die Zeitpläne der oberen Ligen ausgerichtet. Sprich: Die Winterpause ende schon im Februar, obwohl viele Plätze dann noch unbespielbar seien. Und die Saison ende „im Mai, obwohl wir auch noch gut im Juni spielen könnten“.

Marita Kumbrink, aktiv beim BSV Fortuna, hielt dem die finanzielle Not im Frauen- Fußball entgegen. Obwohl die erste BSV-Mannschaft immerhin in der Westfalenliga spiele, „haben wir nicht einmal das Geld, um einen Bus für Auswärtsspiele zu chartern“.

Apropos Geld: Beim Viertliga-Club Preußen Münster müssen 170 Sponsoren ihr Scherflein zum Zwei-Millionen-Euro-Budget beitragen, damit der Spielbetrieb gestemmt werden kann. Natürlich sei es möglich, die Gehälter zu deckeln, „um den Druck zu mildern“, so de Angelis. Aber sollte als Folge dieser Bescheidenheit ein Abstieg drohen, würden die Fans, die Medien und die Öffentlichkeit „noch viel mehr Druck machen“.


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